Operation Himmel?

Wenn man das hier so liest, fragt man sich, wieviele Menschen es sonst noch gibt, deren Leben durch eine an sich sinnvolle Aktion gegen Kinderpornographie im Internet zerstört wird. In kürzester Zeit Ehepartner [1], Job und das Sorgerecht für die Kinder zu verlieren, wird nicht wenige Menschen in den Selbstmord treiben. Einen Menschen auf diese Weise fertigzumachen, ist für mich moralisch fast schon äquivalent zur Kindesmisshandlung selbst.
Um "Verdächtiger" in so einer Sache zu werden, ist nicht viel erforderlich - es reicht schon ein offenes WLAN oder eine Mail mit eingebundenem Bild, das auf dem untersuchten Server liegt, man muss noch nicht einmal die Seite aktiv besucht haben.
Warum ermittelt man nicht zuerst gegen die Besucher der Seite, zu denen man auch Kreditkartentransaktionen hat? Warum trifft man keine Vorkehrungen - durch einen einigermaßen diskreten Umgang mit der Angelegenheit - dass ein sich als ungebegründet erweisender Verdacht keine negativen Folgen für das weitere Leben der Betroffenen hat? Also, ich sehe hier, ähnlich wie bei vielen Antiterroraktionen, ein Flächenbombardement, dass viele unschuldige Opfer fordert.
[1] Ob tausende Sexbildchen auf dem Privat-PC auch unabhängig von ihrer rechtlichen Bewertung ein Scheidungsgrund sind, möchte ich jetzt nicht weiter diskutieren. Auf jeden Fall verliert dieser Sachverhalt durch solche Ermittlungen den Charakter einer Privatangelegenheit des betreffenden Ehepaares.
beredt - 26. Dez, 22:35


